Wenn ein Mensch eine Website besucht, sieht er Design, Bilder, Überschriften, Produkte, Buttons und Texte.

Google betrachtet dieselbe Website aus einer anderen Perspektive.

Für die Suchmaschine ist nicht nur entscheidend, wie gut eine Seite aussieht. Google muss die Seite zunächst entdecken, ihre technische und inhaltliche Struktur verarbeiten, verstehen, worum es geht, sie gegebenenfalls indexieren und anschließend entscheiden, für welche Suchanfragen sie relevant sein könnte.

Um SEO besser zu verstehen, lohnt sich deshalb eine grundlegende Frage:

Was sieht Google eigentlich, wenn es Ihre Website besucht?

Der erste Schritt – Google muss Ihre Seite entdecken

Google verwendet automatisierte Programme, sogenannte Crawler, um Seiten im Internet zu finden. Der wichtigste Crawler von Google ist der Googlebot.

Googlebot durchsucht das Web kontinuierlich nach neuen und aktualisierten URLs.

Eine Seite kann beispielsweise entdeckt werden über:

  • Links von anderen Websites;
  • interne Links Ihrer Website;
  • eine XML-Sitemap;
  • erneutes Crawling bereits bekannter Seiten.

Google beschreibt den grundlegenden Ablauf der Suche in drei zentralen Phasen: Crawling, Indexierung und Bereitstellung der Suchergebnisse.

Daraus ergibt sich bereits eine wichtige SEO-Regel:

Nur weil eine Seite online existiert, bedeutet das noch nicht, dass Google von ihrer Existenz weiß.

Der zweite Schritt – darf Googlebot die Seite crawlen?

Nachdem Google eine URL entdeckt hat, versucht Googlebot, sie abzurufen.

Dabei können bestimmte Bereiche einer Website für Crawler eingeschränkt sein.

Eine wichtige Rolle spielt hier die Datei robots.txt.

Mit ihr lässt sich steuern, welche Bereiche einer Website von bestimmten Crawlern besucht werden dürfen.

Allerdings gibt es einen häufigen Irrtum:

robots.txt ist nicht das richtige Werkzeug, um eine Seite zuverlässig aus dem Google-Index zu entfernen. Soll eine crawlbare Seite nicht indexiert werden, kommt unter anderem die noindex-Anweisung zum Einsatz.

Schon eine falsche technische Einstellung kann dazu führen, dass wichtige Inhalte nicht so verarbeitet werden, wie ursprünglich vorgesehen.

Der dritte Schritt – Google sieht nicht nur einfachen Text

Noch immer existiert die Vorstellung, Google lade lediglich den HTML-Code herunter und lese anschließend den darin enthaltenen Text.

Moderne Suchmaschinen funktionieren komplexer.

Google kann eine Seite nach dem Crawling rendern und dabei auch JavaScript verarbeiten.

Das ist besonders für moderne Websites und Webanwendungen relevant, bei denen bestimmte Inhalte erst durch JavaScript erzeugt oder nachgeladen werden.

Hier entsteht ein wichtiger Unterschied:

Ein Besucher kann auf seinem Bildschirm möglicherweise die vollständige Website sehen, während Google bestimmte Inhalte technisch anders verarbeitet oder nicht unmittelbar erhält.

Deshalb sollte wichtiger Inhalt nicht nur optisch sichtbar, sondern auch für Suchmaschinen zuverlässig zugänglich sein.

Der vierte Schritt – Google versucht zu verstehen, worum es geht

Jetzt beginnt einer der interessantesten Teile des Prozesses.

Google zählt nicht einfach nur einzelne Wörter.

Die Suchmaschine versucht, Inhalt, Struktur und Kontext einer Seite zu verstehen.

Dabei spielen unter anderem eine Rolle:

  • Seitentitel;
  • Haupt- und Zwischenüberschriften;
  • eigentlicher Seiteninhalt;
  • interne und externe Links;
  • Informationen zu Bildern;
  • Structured Data;
  • Seitenstruktur;
  • Beziehungen zu anderen Seiten.

Deshalb besteht modernes SEO nicht darin, dasselbe Keyword möglichst oft zu wiederholen.

Wenn eine Seite beispielsweise das Thema Website Entwicklung behandelt, sollte sie Google ein möglichst vollständiges Bild vermitteln:

Welche Leistung wird angeboten? Für wen ist sie gedacht? Wie funktioniert der Prozess? Welche Technologien werden eingesetzt? Welche Fragen haben potenzielle Kunden? Und wie hängt diese Seite mit anderen Inhalten der Website zusammen?

Der fünfte Schritt – Google bestimmt die wichtigste URL

Identische oder sehr ähnliche Inhalte können manchmal unter mehreren URLs erreichbar sein.

Das kommt besonders häufig vor bei:

  • Online-Shops;
  • Filtern;
  • URL-Parametern;
  • Produkten in mehreren Kategorien;
  • technisch erzeugten Duplikaten.

Google versucht in solchen Fällen zu bestimmen, welche URL die Canonical-Version darstellen soll.

Website-Betreiber können mit rel="canonical" ihre bevorzugte Version angeben.

Das ist jedoch keine absolute Anweisung.

Wenn verschiedene technische Signale einander widersprechen, kann Google eine andere URL als Canonical auswählen.

Für SEO ist deshalb nicht nur wichtig, eine gute Seite zu besitzen.

Sie müssen auch darauf achten, welche URL Google als Hauptversion dieser Seite versteht.

Der sechste Schritt – Indexierung

Dass Google eine Seite gefunden und gecrawlt hat, bedeutet noch nicht automatisch, dass sie in den Suchergebnissen erscheinen kann.

Nach dem Crawling folgt die Indexierung.

Google analysiert dabei unter anderem Inhalte, wichtige HTML-Elemente, Bilder und Videos und kann die gewonnenen Informationen anschließend in seinem Suchindex speichern.

Der Unterschied ist wichtig:

Gecrawlt bedeutet nicht automatisch indexiert.

Google kann eine URL besuchen und sich trotzdem dagegen entscheiden, sie in den Index aufzunehmen.

Der siebte Schritt – ein Nutzer startet eine Suche

Jetzt kommt der Nutzer ins Spiel.

Er sucht beispielsweise nach:

„Website erstellen lassen“

Google durchsucht in diesem Moment nicht das gesamte Internet von Neuem.

Stattdessen greift die Suchmaschine auf bereits verarbeitete Informationen in ihrem Index zurück und versucht, für die konkrete Suchanfrage relevante Ergebnisse bereitzustellen.

Vereinfacht lässt sich der Prozess so darstellen:

Entdeckung → Crawling → Rendering → Verständnis → Indexierung → Auswahl relevanter Suchergebnisse

Wo kommt SEO ins Spiel?

Praktisch in jeder Phase.

Technisches SEO hilft Google dabei:

  • Seiten zu entdecken;
  • sie korrekt zu crawlen;
  • technische Hindernisse zu vermeiden;
  • Canonical-Signale zu verstehen;
  • mit URL-Strukturen umzugehen;
  • wichtige Inhalte technisch zu verarbeiten.

Content-SEO hilft dagegen dabei zu verstehen:

  • worum es auf einer Seite geht;
  • welche Fragen sie beantwortet;
  • mit welchen Themen sie zusammenhängt;
  • welchen Nutzen sie für den Besucher bietet.

SEO besteht deshalb nicht nur aus Texten, Keywords oder Meta-Beschreibungen.

Es geht um die gesamte technische und inhaltliche Organisation einer Website.

Sieht Google eine Website wie ein Mensch?

Nein.

Das bedeutet aber nicht, dass Websites primär für Suchmaschinen gebaut werden sollten.

Im Gegenteil.

Google betont in seinen eigenen Richtlinien die Bedeutung hilfreicher, zuverlässiger und in erster Linie für Menschen erstellter Inhalte.

Eine Website ausschließlich für Suchmaschinen zu optimieren, ist deshalb der falsche Ansatz.

Die bessere Formel lautet:

Technisch verständlich für Google – tatsächlich hilfreich für Menschen.

Warum sind interne Links so wichtig?

Stellen Sie sich eine Website wie eine Stadt vor.

Die einzelnen Seiten sind Gebäude.

Interne Links sind die Straßen.

Wenn zu einem Gebäude keine Straße führt, ist es schwieriger zu finden.

Dasselbe Prinzip gilt für Websites.

Eine logische interne Verlinkung hilft Suchmaschinen, wichtige Seiten zu entdecken und Zusammenhänge innerhalb der Website besser zu verstehen.

Deshalb ist eine gute Informationsarchitektur gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung.

Welche Rolle spielt die XML-Sitemap?

Eine XML-Sitemap lässt sich vereinfacht als technische Karte der Website betrachten.

Sie signalisiert der Suchmaschine:

„Diese URLs sind für meine Website wichtig.“

Sitemaps sind insbesondere bei großen, neuen oder komplex aufgebauten Websites hilfreich.

Sie sind jedoch keine Garantie dafür, dass jede darin enthaltene URL gecrawlt oder indexiert wird.

Die Sitemap hilft Google also dabei, den Weg zu finden.

Sie garantiert aber nicht, dass jede einzelne Seite anschließend in den Suchindex aufgenommen wird.

Der SoloStudio-Ansatz

Bei SoloStudio betrachten wir SEO nicht als das bloße Einfügen von Keywords.

Zuerst muss verstanden werden, wie Google die gesamte Website wahrnimmt und verarbeitet.

Deshalb betrachten wir die komplette Kette:

Website-Struktur → Crawling → Rendering → Indexierung → Canonical → Sitemap → interne Links → Content → Search Console

Denn manchmal besteht das Problem nicht darin, dass Google Ihre Inhalte für irrelevant hält.

Manchmal erreichen die Inhalte Google technisch nicht in der richtigen Form.

Fazit

Google liest Ihre Website nicht wie ein Mensch.

Die Suchmaschine entdeckt zunächst URLs, crawlt die entsprechenden Seiten, rendert sie bei Bedarf, analysiert Inhalte und technische Signale, bestimmt relevante URL-Versionen und entscheidet, welche Informationen in den Index aufgenommen werden.

Erst wenn ein Nutzer eine passende Suchanfrage stellt, versucht Google, aus diesem Index relevante Ergebnisse auszuwählen.

Professionelle Website Entwicklung bedeutet deshalb nicht nur, eine Website zu erstellen, die für Menschen gut aussieht.

Sie sollte für Google gleichzeitig auffindbar, verständlich und technisch sauber verarbeitbar sein.

Alle Artikel ansehen