Der Launch einer neuen Website wird häufig als Abschluss eines Projekts betrachtet.

Das Design ist fertig, die Inhalte sind eingepflegt, die Domain funktioniert und die Website ist online. Jetzt müsse man eigentlich nur noch darauf warten, dass Google sie findet.

Genau hier beginnen bei vielen neuen Websites die Probleme.

Die ersten Wochen und Monate sind für SEO wichtig. In dieser Phase entdeckt Google die neuen URLs, verarbeitet die Seiten und beginnt, Informationen über Struktur und Inhalte der Website zu sammeln.

Ist die Website von Anfang an technisch oder strukturell falsch aufgebaut, können selbst gutes Design und hochwertige Inhalte ihr Potenzial nicht vollständig entfalten.

1. SEO erst nach Fertigstellung der Website einplanen

Einer der häufigsten Fehler lautet:

„Zuerst bauen wir die Website. SEO machen wir später.“

SEO sollte bereits bei der Planung der Website-Architektur berücksichtigt werden.

Vor der Entwicklung sollte klar sein:

  • Welche Leistungen benötigen eigene Seiten?
  • Wie werden Kategorien strukturiert?
  • Wie sieht die URL-Struktur aus?
  • Welche Suchintention gehört zu welcher Seite?
  • Wie werden Seiten intern miteinander verknüpft?
  • Wie wird eine mehrsprachige Struktur aufgebaut?

Beginnt diese Arbeit erst nach Fertigstellung der Website, müssen häufig bereits erstellte Strukturen wieder verändert werden.

SEO ist keine Funktion, die nachträglich an eine fertige Website angehängt wird.

SEO sollte Bestandteil ihrer Architektur sein.

2. Alle Dienstleistungen auf einer einzigen Seite unterbringen

Angenommen, ein Unternehmen bietet:

Website-Entwicklung, SEO, technische Betreuung, Branding und digitales Marketing.

Natürlich kann man all diese Leistungen auf einer Seite beschreiben.

Doch welches Thema steht dann tatsächlich im Mittelpunkt?

Für Nutzer und Suchmaschinen ist eine klare Struktur häufig verständlicher:

Startseite → Leistungen → konkrete Leistung

Zum Beispiel:

  • Website-Entwicklung;
  • SEO;
  • technische Website-Betreuung;
  • Branding;
  • digitales Marketing.

Damit erhält jede wichtige Leistung einen eigenen inhaltlichen Kontext und kann gezielter auf eine bestimmte Suchintention ausgerichtet werden.

3. Inhalte ohne Keyword- und Suchintention-Analyse schreiben

Ein gut geschriebener Text ist nicht automatisch ein guter SEO-Text.

Ein Unternehmen kann seine Dienstleistung intern mit einem bestimmten Begriff bezeichnen, während potenzielle Kunden bei Google ganz andere Formulierungen verwenden.

Im Deutschen können beispielsweise Suchanfragen wie:

Website erstellen lassen
Webseite erstellen lassen
Homepage erstellen lassen
Webagentur
Website Entwicklung

ähnliche Themen betreffen, aber unterschiedliche Suchintentionen und Wettbewerbssituationen besitzen.

Deshalb sollte vor der Content-Erstellung geklärt werden:

Wonach suchen potenzielle Kunden – und mit welcher Absicht?

4. Unklare Seitentitel und Hauptüberschriften

Auf neuen Websites sieht man häufig sehr allgemeine Überschriften:

Willkommen
Unsere Leistungen
Was wir machen

Im Kontext der Website können Besucher verstehen, was gemeint ist. Für die thematische Einordnung einer einzelnen Seite liefern solche Überschriften jedoch wenig Information.

Die Hauptüberschrift sollte den tatsächlichen Inhalt einer Seite klar beschreiben.

Geht es beispielsweise um professionelle Website-Entwicklung, sollte dies bereits aus der Überschrift hervorgehen.

5. Indexierung versehentlich blockieren

Dieser Fehler tritt besonders häufig bei neuen WordPress-Websites auf.

Während der Entwicklung wird die Sichtbarkeit für Suchmaschinen bewusst eingeschränkt.

Das ist zunächst sinnvoll.

Problematisch wird es, wenn die Website veröffentlicht wird und diese Einstellung bestehen bleibt.

Mögliche Ursachen sind:

  • noindex;
  • blockierende robots.txt-Regeln;
  • Passwortschutz;
  • falsche Serverkonfiguration;
  • Einstellungen eines SEO-Plugins.

Das Ergebnis kann eine technisch funktionierende Website sein, deren wichtige Seiten Google nicht wie vorgesehen indexieren kann.

Nach jedem Launch sollte deshalb überprüft werden, ob die für Google bestimmten Seiten tatsächlich indexierbar sind.

6. Google Search Console nicht einrichten

Die Website ist online.

Doch niemand weiß:

  • welche Seiten indexiert sind;
  • welche Seiten nicht indexiert sind;
  • über welche Suchanfragen die Website gefunden wird;
  • ob Crawling-Probleme bestehen;
  • welche Seiten organische Sichtbarkeit erhalten.

Ohne diese Informationen wird SEO teilweise im Blindflug betrieben.

Die Google Search Console gehört deshalb zu den grundlegenden Werkzeugen einer neuen Website.

Sie ermöglicht unter anderem die Überwachung von Indexierung, Suchperformance und verschiedenen technischen Problemen.

7. XML-Sitemap ignorieren

Eine XML-Sitemap unterstützt Suchmaschinen dabei, wichtige URLs einer Website zu entdecken.

Für neue Websites kann sie besonders hilfreich sein, weil externe Links und die historische Bekanntheit der Domain zunächst begrenzt sein können.

Es gibt allerdings auch das gegenteilige Problem:

Die Sitemap enthält einfach alles, was das CMS technisch erzeugt.

Dazu können unnötige Archive, Filterseiten oder andere URLs gehören, die gar nicht indexiert werden sollen.

Eine Sitemap sollte in erster Linie die wichtigen und indexierbaren URLs der Website abbilden.

8. Falsche Canonical-Tags

Canonical-Tags werden besonders relevant, wenn identische oder sehr ähnliche Inhalte über mehrere URLs erreichbar sind.

Bei neuen Websites können beispielsweise bestehen bleiben:

  • Test-URLs;
  • verschiedene Varianten derselben URL;
  • Filterseiten;
  • URLs mit Parametern;
  • doppelte Kategorien.

Mit Canonical-Signalen lässt sich Google mitteilen, welche Version bevorzugt werden soll.

Wichtig ist jedoch:

Ein Canonical-Tag ist ein Signal und keine absolute Anweisung.

Widersprechen sich Sitemap, interne Links, Redirects und Canonical-Angaben, kann Google eine andere URL als Hauptversion auswählen.

9. Alte URLs ohne Redirect ändern

Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn eine bestehende Website durch eine neue ersetzt wird.

Angenommen, die alte Website hatte die URL:

/webentwicklung/

Auf der neuen Website lautet sie:

/website-entwicklung/

Verschwindet die alte URL einfach, können bestehende Links ins Leere führen und Nutzer auf einer 404-Seite landen.

Bei einem Relaunch sollte deshalb eine Zuordnung erstellt werden:

alte URL → passende neue URL

Anschließend werden die notwendigen dauerhaften Weiterleitungen eingerichtet.

Dabei sollte nicht jede alte URL pauschal auf die Startseite umgeleitet werden. Die Weiterleitung sollte möglichst auf eine inhaltlich passende neue Seite führen.

10. Fehlende interne Verlinkung

Auf neuen Websites existieren Seiten häufig weitgehend isoliert voneinander.

Es gibt eine Leistungsseite.

Es gibt Blogartikel.

Es gibt weitere Dienstleistungen.

Doch zwischen diesen Inhalten bestehen kaum logische Verbindungen.

Interne Links helfen Besuchern, relevante weiterführende Informationen zu finden. Gleichzeitig unterstützen sie Suchmaschinen dabei, die Informationsarchitektur und Beziehungen zwischen verschiedenen Seiten zu verstehen.

Wenn ein Blogartikel beispielsweise technisches SEO erklärt, kann ein sinnvoll gesetzter Link auf die entsprechende SEO-Leistungsseite führen.

Interne Verlinkung sollte deshalb nicht zufällig entstehen, sondern Teil der Website-Struktur sein.

11. Nur an die Desktop-Version denken

Auf einem großen Monitor sieht die neue Website perfekt aus.

Auf dem Smartphone dagegen:

  • ist die Überschrift zu groß;
  • sind Buttons schwer zu bedienen;
  • ist der Text zu klein;
  • funktioniert die Navigation schlecht;
  • ragt das Formular über den Bildschirm;
  • lädt die Seite zu langsam.

Das ist nicht nur ein Designproblem.

Eine moderne Website muss auf mobilen Geräten vollständig nutzbar sein.

Responsive Design sollte deshalb nicht nur im Browser-Simulator überprüft werden.

Wichtige Seiten sollten auch auf realen mobilen Geräten getestet werden.

12. Zu große Bilder und schlechte Performance

Beim Design einer neuen Website werden häufig große, hochauflösende Bilder eingesetzt.

Optisch kann das hervorragend aussehen.

Technisch kann eine einzelne Seite dadurch jedoch unnötig viele Megabyte laden.

Zu einer sauberen Performance-Optimierung gehören beispielsweise:

  • passende Bildabmessungen;
  • moderne Bildformate;
  • Bildkomprimierung;
  • Lazy Loading;
  • Caching;
  • Reduzierung unnötiger Skripte;
  • geeignetes Hosting.

Performance ist dabei nicht ausschließlich ein SEO-Thema.

Eine schnelle Website ist vor allem für den Nutzer wichtig.

13. Zu wenig relevanter Inhalt

Ein attraktiver Hero-Bereich.

Drei Icons.

Vier Sätze.

Ein Kontaktformular.

Fertig.

Eine solche Seite kann visuell hervorragend funktionieren. Für eine wettbewerbsintensive Suchanfrage bietet sie möglicherweise jedoch zu wenig Substanz.

Eine gute Leistungsseite sollte relevante Fragen beantworten:

  • Was wird angeboten?
  • Für wen ist die Leistung gedacht?
  • Wie funktioniert der Prozess?
  • Was gehört zur Leistung?
  • Welche Vorteile bietet sie?
  • Warum sollte sich ein Kunde für dieses Unternehmen entscheiden?
  • Wie erfolgt die Kontaktaufnahme?

Das bedeutet nicht, Texte künstlich zu verlängern.

Es bedeutet, den Informationswert zu erhöhen.

14. Structured Data fehlen oder werden falsch eingesetzt

Structured Data können Suchmaschinen zusätzliche maschinenlesbare Informationen über bestimmte Inhalte einer Website liefern.

Damit lassen sich beispielsweise Inhalte wie:

  • Unternehmen;
  • Produkte;
  • Artikel;
  • Breadcrumbs;
  • Videos;
  • Veranstaltungen

strukturiert kennzeichnen.

Zwei Fehler treten besonders häufig auf:

Es gibt überhaupt keine strukturierten Daten – oder das Markup beschreibt Inhalte, die auf der Seite gar nicht vorhanden sind.

Schema Markup ist kein Trick, um Google zu manipulieren.

Die strukturierten Daten sollten den tatsächlich sichtbaren Inhalt korrekt widerspiegeln.

15. SEO-Ergebnisse bereits in der ersten Woche erwarten

Die neue Website geht am Montag online.

Am Freitag kommt die Frage:

„Warum sind wir noch nicht auf der ersten Google-Seite?“

SEO funktioniert nicht so.

Google benötigt zunächst Zeit, neue URLs zu entdecken, zu crawlen und zu verarbeiten.

Bei wettbewerbsintensiven Suchanfragen benötigt der Aufbau organischer Sichtbarkeit normalerweise noch wesentlich mehr Zeit.

SEO sollte deshalb nicht als einmalige Aufgabe zum Launch betrachtet werden, sondern als kontinuierlicher Prozess:

Technische Optimierung → Indexierung → Content → Monitoring → Analyse → Verbesserung

Was sollte vor dem Launch einer neuen Website geprüft werden?

Eine grundlegende SEO-Launch-Checkliste umfasst mindestens:

  • Indexierung ist erlaubt;
  • Google Search Console ist eingerichtet;
  • XML-Sitemap funktioniert;
  • robots.txt wurde geprüft;
  • Canonical-Tags sind korrekt;
  • notwendige Redirects sind eingerichtet;
  • Seitentitel und Hauptüberschriften sind optimiert;
  • interne Verlinkungen sind vorhanden;
  • mobile Darstellung wurde getestet;
  • Performance wurde geprüft;
  • Analytics funktioniert;
  • wichtige Conversions werden gemessen.

Erst dann ist eine Website nicht nur online, sondern auch technisch auf Suchmaschinen vorbereitet.

Der SoloStudio-Ansatz

Bei SoloStudio betrachten wir den Launch einer Website nicht als letzten Schritt des Projekts.

Ein wichtiger Teil der Arbeit beginnt unmittelbar danach.

Wir prüfen die gesamte Kette:

Crawling → Indexierung → Search Console → Sitemap → Canonical → Redirects → Performance → Content → Nutzerverhalten → kontinuierliche Optimierung

Denn eine professionell entwickelte Website sollte nicht lediglich eine Sammlung veröffentlichter Seiten sein.

Sie sollte eine technisch stabile digitale Plattform sein, die langfristig weiterentwickelt werden kann.

Fazit

Der größte SEO-Fehler einer neuen Website ist nicht ein falsches Keyword oder eine fehlende Meta-Beschreibung.

Der entscheidende Fehler besteht in der Annahme:

„SEO können wir später hinzufügen.“

Website-Architektur, Content, technische Struktur, Performance, Indexierung und Analytics sollten von Anfang an gemeinsam geplant werden.

Professionelle Website Entwicklung endet deshalb nicht mit einem attraktiven Design.

Eine gute Website sollte bereits beim Launch sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen vorbereitet sein.

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